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Reflexion schreiben - über dein Praktikum nachdenken
Wie sich eine gute Reflexion von einer reinen Beschreibung unterscheidet - mit Fragen, Beispielen und Satzanfängen für ein glaubwürdiges Fazit.
Stand
Kurzantwort
Beschreibung und Reflexion sind nicht dasselbe
Eine Beschreibung sagt, was passiert ist. Eine Reflexion sagt, was das für dich bedeutet. Ein Bericht bleibt sachlich: „Ich habe zwei Wochen in der Redaktion mitgearbeitet.“ Eine Reflexion setzt daneben: „Vorher dachte ich, journalistische Arbeit besteht vor allem aus dem Schreiben. Nach diesen zwei Wochen weiß ich, dass die Recherche und das Telefonieren mit Ansprechpersonen den größten Teil ausmachen.“
Eine gute Reflexion ist ehrlich, konkret und darf Zweifel zulassen. Sie muss nicht positiv enden.
Erwartungen vor dem Praktikum
Ein guter Einstieg ist der Vergleich: Was hattest du vorher erwartet? Was wusstest du über den Beruf? Woher stammte dieses Bild - aus dem Umfeld, aus Serien, aus dem Unterricht, aus dem Internet? Wenn deine Erwartungen sich bestätigt haben, sagst du kurz warum. Wenn sie sich verändert haben, ist genau das der spannende Teil.
Lernerfahrungen und Herausforderungen
Beschreibe zwei oder drei konkrete Situationen, in denen du etwas gelernt hast - fachlich oder im Umgang mit Menschen. Nicht jede Woche bringt einen großen Aha-Moment, aber auch kleine Beobachtungen sind eine Reflexion wert.
Herausforderungen darfst du benennen, ohne dich zu rechtfertigen. Ein langer erster Tag, eine unklare Anweisung, eine Aufgabe, bei der du zurückgefragt hast - das gehört zum Alltag im Praktikum und macht deine Reflexion glaubwürdig.
Eigene Stärken und Schwächen
Formuliere in einer Reflexion Stärken und Schwächen konkret, nicht als Katalog. Statt „Ich bin teamfähig“ hilft ein Satz wie „In der zweiten Woche habe ich gemerkt, dass es mir leicht fällt, mit anderen an Aufgaben zu tüfteln - und schwerer fällt, allein an einem Text zu sitzen, ohne mich mit jemandem abzustimmen.“
Berufsvorstellungen einordnen
Am Ende steht die Frage: Was bedeutet dieses Praktikum für deine Berufsvorstellung? Es sind drei ehrliche Antworten möglich - dieser Beruf könnte passen; er ist nichts für dich; du weißt es noch nicht. Jede Antwort ist eine gültige Reflexion, wenn du sie begründest.
Satzanfänge für eine ehrliche Reflexion
Beispiel
Sie ersetzen keinen eigenen Gedanken, können aber den Einstieg erleichtern:
- „Vor dem Praktikum habe ich angenommen, dass …“
- „Konkret überrascht hat mich …“
- „Schwer gefallen ist mir …, weil …“
- „Ich habe gemerkt, dass ich gut kann, …“
- „Für meine Berufswahl heißt das eher …“
- „Offen geblieben ist für mich die Frage, …“
Floskeln, die du vermeiden solltest
Diese Formulierungen wirken oft leer und werden von Lehrkräften schnell erkannt:
- „Das Praktikum war eine tolle Erfahrung.“ - ohne zu sagen, welche
- „Ich habe viel gelernt.“ - ohne konkretes Beispiel
- „Alle waren total nett.“ - erzählt nichts über deine Arbeit
- „Ich kann das Praktikum jedem empfehlen.“ - klingt nach Bewertung, nicht nach Reflexion
- „Der Beruf ist genau das Richtige für mich.“ - nur mit klarer Begründung glaubhaft
Ein glaubwürdiges Fazit schreiben
Ein gutes Fazit fasst nicht die ganze Reflexion noch einmal zusammen, sondern beantwortet zwei Fragen: Was nimmst du mit? Was möchtest du im nächsten Schritt herausfinden - im Unterricht, im Studium oder in einem weiteren Praktikum? Kurz, ehrlich, ohne große Worte.
Vorlage: Reflexionsbogen
Wenn du deine Reflexion Schritt für Schritt vorbereiten möchtest, hilft dir der Reflexionsbogen fürs Praktikum. Er führt dich durch Erwartungen, Tätigkeiten, Lernerfahrungen, Arbeitsumfeld und Berufsvorstellung - ohne Punktzahl und ohne automatische Bewertung.
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Quellen und Geltungsbereich
- [1]Bundesinstitut für Berufsbildung - Startseite - Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Abgerufen am 2026-07-23