Ratgeber - Finden
Praktikumsplatz finden - so gehst du systematisch vor
Wie du strukturiert einen passenden Praktikumsplatz findest - von der eigenen Klärung über Recherche bis zur Initiativanfrage.
Stand
Kurzantwort
Bitte beachten
Zuerst dich selbst klären
Bevor du Unternehmen anschreibst, lohnt sich ein ruhiger Blick auf dich selbst. Ein Praktikum soll dir zeigen, ob ein Berufsfeld passt - dafür musst du wissen, was du eigentlich sehen willst.
Kurz notieren hilft: Welche Themen interessieren dich wirklich? Wie viel Zeit hast du, in welchem Zeitraum, wie weit kannst du fahren, brauchst du einen bezahlten Platz? Wenn du hier unsicher bist, ist der Berufsfeld-Check ein guter Ausgangspunkt.
Rahmen klären, bevor du suchst
- Zeitraum: konkrete Start- und Endwochen
- Dauer: mindestens ein bis zwei Wochen, oft mehr
- Pflicht oder freiwillig - und was verlangt Schule oder Hochschule?
- Anfahrt: was ist mit Bus, Bahn oder Fahrrad realistisch?
- Bezahlung: notwendig oder nicht - und was steht dazu in den Vorgaben?
- Rahmen mit Eltern, Lehrkraft oder Studienbüro kurz abstimmen
Passende Unternehmen und Einrichtungen identifizieren
Ein guter Praktikumsplatz ist selten der spektakulärste, sondern der, der zu deinen Fragen passt. Überlege dir eine kleine Liste von zehn bis zwanzig Orten, an denen du das Berufsfeld realistisch beobachten könntest. Große Namen sind dabei nicht automatisch besser als der Betrieb um die Ecke.
Nützliche Ausgangspunkte sind Branchenverzeichnisse, Kammern (IHK und Handwerkskammern), Berufsverbände, Fachmagazine und lokale Netzwerkseiten. Auch Google Maps, ergänzt um Ortsnamen und Berufsfeld, liefert oft Betriebe, die im Netz sonst wenig sichtbar sind.
Ausgeschriebene und nicht ausgeschriebene Praktika
Ein Teil der Praktikumsplätze ist offen ausgeschrieben - auf Karriereseiten von Unternehmen, in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, bei Hochschulen oder in Fachportalen. Diese Anzeigen nennen meist Zeitraum, Aufgaben und Voraussetzungen.
Der größere Teil ist jedoch nicht ausgeschrieben. Viele kleine und mittlere Betriebe, Praxen, Kanzleien, Redaktionen oder Werkstätten nehmen Praktikanten auf Anfrage - werben aber nicht dafür. Wer nur auf Anzeigen wartet, übersieht diesen größeren Teil.
Praktikum.org ist bewusst keine Stellenbörse. Konkrete offene Plätze findest du am zuverlässigsten direkt auf den Websites der Arbeitgeber oder in offiziellen Verzeichnissen deiner Region.
Wo du sinnvoll recherchierst
- Karriere- oder Über-uns-Seiten konkreter Unternehmen
- Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
- Portale von Kammern (IHK, Handwerkskammer) und Berufsverbänden
- Career Service oder Praxisbüro deiner Hochschule
- Aushänge und Ansprechpersonen in deiner Schule
- Lokale Zeitungen, Stadtmagazine und Branchenverzeichnisse
- Google Maps mit Berufsfeld und Ort - besonders für kleine Betriebe
Schule, Hochschule und persönliche Kontakte nutzen
Lehrkräfte, Berufsberatung, Career Service, Studienbüro und Alumni kennen oft Betriebe, die schon einmal Praktikanten aufgenommen haben. Ein einziger Hinweis erspart dir manchmal Wochen Recherche.
Auch dein privates Umfeld gehört dazu: Eltern, ältere Geschwister, Nachbarn oder Sporttrainer wissen erstaunlich oft, wo im Ort was passiert. Das ist kein Vitamin B, sondern normale Orientierung - du bewirbst dich am Ende trotzdem selbst.
Telefonische Nachfrage und Initiativkontakt
Wenn eine Website keine klare Angabe zu Praktika macht, ist ein kurzer Anruf oft der schnellste Weg. Frage nach der Ansprechperson für Praktika, nenne dein Anliegen in zwei Sätzen und bitte darum, deine Unterlagen per E-Mail schicken zu dürfen. So sparst du dir eine Bewerbung, die im falschen Postfach landet.
Der Initiativkontakt per E-Mail bleibt der Standardfall: kurze persönliche Ansprache, klarer Zeitraum, konkreter Wunsch (zum Beispiel „zweiwöchiges Schülerpraktikum vom 12. bis 23. Mai“), Lebenslauf im Anhang. Details zum Aufbau stehen im Ratgeber zum Anschreiben, das komplette Vorgehen unter Initiativbewerbung für ein Praktikum.
Beispiel für eine kurze telefonische Nachfrage
Beispiel
„Guten Tag, mein Name ist Ayse Demir, ich bin in der neunten Klasse. Ich suche für den Zeitraum vom 12. bis 23. Mai ein Schülerpraktikum in einer Tierarztpraxis und wollte fragen, an wen ich meine Unterlagen richten kann. - Vielen Dank, dann schicke ich das heute Nachmittag an diese Adresse.“
Sinnvoller Bewerbungsvorlauf
Für beliebte Praktikumszeiträume (Herbstferien, Frühjahr, direkt nach dem Abitur) lohnt sich ein Vorlauf von einigen Monaten. Große Unternehmen und feste Programme (zum Beispiel bei Bundesbehörden oder größeren Konzernen) laufen teilweise mit einem halben Jahr Vorlauf.
Für kleine Betriebe reicht oft ein bis zwei Monate. Zu früh anfragen ist selten ein Problem, zu spät dagegen schon. Wenn ein Zeitraum fest steht, fange lieber eine Woche zu früh an als eine Woche zu spät.
Mehrere Bewerbungen sauber organisieren
Eine einfache Tabelle reicht - Papier oder Datei, ganz wie du willst.
- Unternehmen, Ansprechperson, E-Mail und Telefonnummer
- Datum der Bewerbung und Datum für Nachfassen
- Status: geschrieben, Rückmeldung, Zusage, Absage
- Kurzer Kommentar zur Antwort - was war der Ton?
- Zusagen und Absagen sofort eintragen, damit nichts doppelt läuft
Seriose und unseriöse Angebote unterscheiden
Ein seriöses Praktikum hat einen klaren Zeitraum, eine benannte Ansprechperson, nachvollziehbare Aufgaben und eine schriftliche Vereinbarung. Wenn eine Anzeige nur mit „spannenden Chancen“, hohen Verdienstmöglichkeiten oder einem sofortigen Start ohne Gespräch wirbt, ist Vorsicht angebracht.
Auch Anfragen, bei denen du in Vorleistung gehen sollst (Gebühren, „Vermittlungspauschalen“, Kauf von Materialien) sind unseriös. Ein Praktikum darf dich in Ruhe kennenlernen wollen - es darf dich nicht zur Kasse bitten, damit du überhaupt anfangen darfst.
Weiterlesen auf praktikum.org
Quellen und Geltungsbereich
- [1]Bundesinstitut für Berufsbildung - Startseite - Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Abgerufen am 2026-07-23