Ratgeber - Bewerbung
Initiativbewerbung für ein Praktikum
Wie du ein Unternehmen ohne ausgeschriebene Stelle ansprichst: recherchieren, Kontakt aufnehmen, Anfrage formulieren und sinnvoll nachfassen.
Stand
Kurzantwort
Wann lohnt sich eine Initiativbewerbung?
Nicht jedes Praktikum wird ausgeschrieben. Gerade kleinere Betriebe und Einrichtungen vergeben Plätze auch nach direkter Anfrage. Das heißt aber nicht, dass jedes Unternehmen kurzfristig eine Stelle einrichten kann.
Sinnvoll ist eine Initiativbewerbung, wenn:
- du konkretes Interesse an diesem Unternehmen hast
- das Berufsfeld zu deiner Richtung passt
- es keine Praktikumsseite gibt, das Unternehmen im gewünschten Bereich aber Personen beschäftigt
- du Zeitraum und Ziel klar benennen kannst
Wenig sinnvoll ist sie, wenn:
- dieselbe Mail an sehr viele Unternehmen geht
- kein erkennbarer Bezug zum Betrieb besteht
- Zeitraum oder gewünschte Tätigkeit offen bleiben
Schritt 1: Recherchieren
Bevor du schreibst, verschaffst du dir ein Bild. Das kostet zehn Minuten und verändert den Ton deiner Anfrage deutlich.
- Website und Leistungen oder Produkte
- Karriere- oder Ausbildungsbereich
- Team- und Abteilungsseiten
- Kontaktseite und veröffentlichte Zuständigkeiten
- Hinweise zu Praktika, die es vielleicht doch schon gibt
Bleib bei dem, was das Unternehmen selbst veröffentlicht. Private Kontaktdaten zu suchen oder Beschäftigte wahllos in Netzwerken anzuschreiben, bringt nichts und wirkt aufdringlich.
Schritt 2: Erst anrufen oder direkt schreiben?
Beides ist möglich. Es hängt vom Betrieb ab, nicht von einer allgemeinen Regel.
Kurzer Anruf
- unklar, ob Praktika überhaupt möglich sind
- keine zuständige Person auffindbar
- kleine Organisation mit persönlichem Kontakt
Direkt schriftlich
- es gibt einen beschriebenen Bewerbungsweg
- das Unternehmen bittet um E-Mail oder Portal
- eine zuständige Person ist bekannt
Beispiel für den Gesprächseinstieg
Beispiel
„Guten Tag, mein Name ist … Ich interessiere mich für ein Praktikum im Bereich … und wollte kurz fragen, ob Sie grundsätzlich Praktikumsplätze anbieten und an wen ich meine Bewerbung richten kann.“
Mehr braucht der Einstieg nicht. Notiere dir vorher deinen Wunschzeitraum und den Bereich, damit du auf Rückfragen sofort antworten kannst.
Schritt 3: Was in die Anfrage gehört
- wer du bist, also Schule oder Studium und aktueller Stand
- welche Art von Praktikum du suchst, etwa Schülerpraktikum oder Pflichtpraktikum
- gewünschter Zeitraum und Dauer
- gewünschter Tätigkeitsbereich
- warum gerade dieses Unternehmen
- welche Interessen oder Kenntnisse dazu passen
- welchen nächsten Schritt du vorschlägst
Aufbau und Ton eines Anschreibens stehen im Anschreiben-Ratgeber, Versandfragen unter Bewerbung per E-Mail.
Unternehmensbezug: schwach und besser
Beispiel
Weil keine Stellenanzeige als Bezugspunkt existiert, trägt deine Anfrage vor allem der Bezug zum Betrieb. Der Unterschied liegt in der Konkretheit, nicht in der Lautstärke.
Schwach
„Ihr Unternehmen ist sehr interessant und innovativ.“
Besser
„Auf Ihre Werkstatt bin ich gekommen, weil Sie überwiegend Nutzfahrzeuge betreuen. Genau dieser Bereich interessiert mich, seit ich …“
Besser
„Ihre Abteilung arbeitet nach Ihrer Website schwerpunktmäßig an … Im Studium habe ich mich mit … beschäftigt und möchte sehen, wie das in der Praxis abläuft.“
Schreibe nur, was du tatsächlich nachgelesen hast. Erfundenes Lob fällt im Gespräch sofort auf.
Schritt 4: Nachfassen
Auf Initiativanfragen kommt seltener und langsamer Antwort als auf ausgeschriebene Stellen. Wie du sachlich nachfragst, steht unter Nach der Bewerbung nachfragen. Wenn du keine zuständige Person kennst, hilft Bewerbung ohne Ansprechpartner.
Kleine Betriebe ansprechen
Bei Handwerksbetrieben, Kanzleien, Praxen, Agenturen oder lokalen Einrichtungen landet eine Anfrage oft direkt bei der Inhaberin oder dem Inhaber. Dort kann eine kurze, klare Anfrage passender sein als eine umfangreiche Bewerbungsmappe. Verallgemeinern lässt sich das nicht: Wenn der Betrieb einen Bewerbungsweg vorgibt, nutzt du diesen.
Als Schüler oder für ein Pflichtpraktikum
Schülerinnen und Schüler nennen am besten Schule, Zeitraum und Bereich gleich im ersten Absatz. Alles Weitere steht unter Bewerbung für ein Schülerpraktikum.
Beim Pflichtpraktikum gehören die formalen Anforderungen an den Anfang: vorgeschriebene Dauer, möglicher Zeitraum und fachliche Anforderungen. Sonst prüft das Unternehmen etwas, das später nicht anerkannt wird. Details unter Bewerbung für ein Pflichtpraktikum.
Häufige Fehler
- dieselbe Nachricht an zahlreiche Unternehmen, erkennbar an fehlendem Bezug
- kein Zeitraum genannt
- kein Tätigkeitswunsch genannt
- falscher Firmenname aus der vorherigen Mail
- übertriebene Selbstvermarktung
- sofortige Forderung nach einer Zusage
- Anhänge ohne ein Wort dazu, was sie enthalten
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