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Ratgeber - Für Arbeitgeber

Praktikanten betreuen: Struktur für ein gutes Praktikum

Einarbeitung, Aufgaben zwischen Unterforderung und Überforderung, Umgang mit Fehlern und schwierigen Situationen sowie ein sinnvoller Abschluss des Praktikums.

Stand

Kurzantwort

Gute Betreuung braucht eine benannte Ansprechperson mit Vertretung, eine erklärte Einarbeitung, Aufgaben zwischen Unterforderung und Überforderung, kurze regelmäßige Rückmeldungen und einen bewussten Abschluss mit Gespräch und Bescheinigung.

Was Betreuung im Praktikum bedeutet

Betreuung heißt nicht, ständig danebenzustehen. Es heißt, dass es eine Person gibt, die weiß, was diese Woche vorgesehen ist, die Aufgaben erklärt und die man ohne Hemmung fragen kann. Alles andere lässt sich verteilen.

Hilfreich ist, die Betreuung vorher als Aufgabe anzuerkennen: eine benannte Person, eine Vertretung und ein realistisches Zeitfenster - besonders in den ersten Tagen.

Einarbeitung in den ersten Tagen

Was für das Team selbstverständlich ist, ist für Praktikanten neu: Abkürzungen, Zuständigkeiten, Abläufe, Werkzeuge, Programme. Es lohnt sich, beim Erklären einen Schritt früher anzusetzen als gewohnt.

Ein bewährtes Muster für jede neue Tätigkeit:

  • erklären, worum es geht und warum es gemacht wird
  • einmal vormachen
  • gemeinsam machen
  • allein versuchen lassen
  • kurz besprechen, was gut lief und was noch unklar ist

Zwischen Unterforderung und Überforderung

Beide Extreme kommen vor. Unterforderung zeigt sich durch langes Warten, Handynutzung aus Langeweile und Fragen, die nicht mehr gestellt werden. Überforderung zeigt sich durch Unsicherheit, Vermeidung, Fehler bei Dingen, die vorher funktioniert haben, oder durch auffällige Stille.

Eine kurze Nachfrage am Ende des Tages - „Was war heute zu viel, was war zu wenig?“ - erspart oft eine verlorene Woche.

Was den Alltag verlässlich besser macht

Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung:

  • Morgens kurz sagen, was heute ansteht und wer ansprechbar ist
  • Bei jeder Aufgabe dazusagen, wozu sie gut ist
  • Wartezeiten mit einer sinnvollen Beobachtungsaufgabe füllen statt mit Nichtstun
  • Fragen ausdrücklich erwünscht halten und nicht nebenbei beantworten
  • In Pausen nicht allein lassen, besonders in der ersten Woche
  • Bei Abwesenheit der Betreuungsperson die Vertretung vorher benennen
  • Am Ende des Tages oder der Woche kurz zurückmelden

Rückmeldung geben, die weiterhilft

„Hat gut geklappt“ ist freundlich, sagt aber wenig. Hilfreicher ist eine Rückmeldung, die eine konkrete Beobachtung nennt, ihre Wirkung beschreibt und, wenn nötig, eine Alternative anbietet.

Bei Jugendlichen gilt zusätzlich: Für viele ist es die erste Rückmeldung aus der Arbeitswelt überhaupt. Kritik zu Verhalten sollte sich auf konkrete Situationen beziehen, nicht auf Persönlichkeitsurteile.

Beispiel für eine Rückmeldung

Beispiel

Pauschal

„Du musst selbstbewusster auftreten.“

Konkret

„Beim Kundentermin heute hast du dich im Hintergrund gehalten. Nächstes Mal kannst du dich zu Beginn selbst vorstellen - das macht es für beide Seiten leichter.“

Umgang mit Fehlern

Fehler gehören zum Lernen. Entscheidend ist, dass sie früh angesprochen werden können. Wer erlebt, dass ein gemeldeter Fehler ruhig behandelt wird, meldet auch den nächsten - und genau das verhindert größere Probleme.

Getrennt davon zu betrachten sind Verstöße gegen Sicherheits- oder Vertraulichkeitsregeln. Hier braucht es eine klare, sachliche Ansage und gegebenenfalls eine erneute Unterweisung.

Wenn es nicht gut läuft

Unpünktlichkeit, fehlende Motivation oder wiederholtes Fehlen sind meistens ein Gesprächsanlass, kein Grund für einen sofortigen Abbruch. Ein ruhiges Gespräch klärt oft mehr, als angenommen wird - manchmal steckt Überforderung, Unsicherheit oder ein privater Grund dahinter.

Bei einem schulisch begleiteten Praktikum ist die betreuende Lehrkraft die richtige Ansprechperson, wenn ein Gespräch nichts ändert oder etwas Ernsteres dahintersteht. Wie Schulen damit umgehen, steht unter Praktikumsbesuch gestalten. Die Perspektive der Praktikanten steht unter Probleme im Praktikum.

Den Abschluss nicht dem Zufall überlassen

Der letzte Tag endet häufig mit einem beiläufigen „Tschüss“. Besser ist ein kurzes Gespräch: Was war neu, was hat gefallen, was spricht für oder gegen diesen Berufsweg? Dazu eine ehrliche Einschätzung des Betriebs.

Häufig wird zusätzlich eine schriftliche Bestätigung benötigt. Was üblicherweise darin steht, zeigen Praktikumsbescheinigung und Praktikumszeugnis. Kläre rechtzeitig, wer im Betrieb ausstellt und unterschreibt.

Grenzen dieser Information

Diese Seite beschreibt redaktionelle Empfehlungen für die Praxis. Arbeits-, jugendschutz- und datenschutzrechtliche Fragen sowie Vorgaben von Schule oder Hochschule sind gesondert und im Einzelfall zu prüfen.

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