Ratgeber - Für Arbeitgeber
Praktikumsstelle ausschreiben: Was in eine gute Anzeige gehört
Welche Informationen Bewerberinnen und Bewerber zuerst suchen, wie Aufgaben konkret beschrieben werden und welche Floskeln und überzogenen Anforderungen besser wegbleiben.
Stand
Kurzantwort
Wer die Anzeige liest - und wonach zuerst gesucht wird
Praktikumsanzeigen werden häufig von Menschen gelesen, die noch keine Bewerbungserfahrung haben. Schüler suchen zuerst nach Zeitraum, Ort und der Frage, ob sie überhaupt gemeint sind. Studierende suchen zusätzlich nach Fachrichtung, Dauer und Aufgaben, weil oft eine Ordnung Vorgaben macht.
Was in den ersten Zeilen nicht beantwortet wird, führt entweder zu Rückfragen oder dazu, dass sich jemand nicht bewirbt, der gut gepasst hätte.
Angaben, die in jede Praktikumsanzeige gehören
Diese Punkte beantworten die häufigsten Rückfragen, bevor sie entstehen:
- Titel mit Berufsfeld oder Bereich, nicht nur das Wort „Praktikum“
- Praktikumsart und Zielgruppe: Schülerpraktikum, Pflichtpraktikum, freiwilliges Praktikum, Praxissemester
- Zeitraum und Dauer, oder ob der Zeitraum flexibel ist
- Arbeitsort, bei mehreren Standorten der konkrete
- Wochenarbeitszeit oder übliche Arbeitszeiten
- konkrete Aufgaben und Bereiche, in die Einblick möglich ist
- was mitgebracht werden sollte - getrennt nach notwendig und hilfreich
- Angaben zur Vergütung, sofern eine vorgesehen ist
- Bewerbungsweg: welche Unterlagen, an wen, bis wann
- eine Ansprechperson mit Namen
Aufgaben konkret beschreiben
„Unterstützung des Teams im Tagesgeschäft“ sagt fast nichts. Hilfreich ist, ein bis zwei tatsächliche Tätigkeiten zu nennen und dazuzuschreiben, was begleitet stattfindet und was selbst gemacht werden kann.
Das hat auch für den Betrieb einen Vorteil: Wer konkret beschreibt, bekommt eher Bewerbungen von Menschen, die genau das interessiert - und seltener Absagen in der ersten Woche.
Beispiel: vage und konkret
Beispiel
Vage
„Du unterstützt unser dynamisches Team in allen anfallenden Aufgaben und bekommst spannende Einblicke.“
Konkret
„Du begleitest eine Monteurin einen Tag lang zu Kundenterminen, hilfst in der Werkstatt bei der Vorbereitung von Aufträgen und übernimmst nach der Einweisung selbst kleine Prüfschritte.“
Anforderungen realistisch halten
Bei Praktika werden häufig Anforderungen aus Stellenanzeigen übernommen, die für Berufserfahrene gedacht sind. Wer für ein Schülerpraktikum erste Berufserfahrung oder sichere Fachkenntnisse verlangt, schreckt genau die Zielgruppe ab, die gemeint war.
Sinnvoll ist eine Trennung: Was ist wirklich notwendig, etwa wegen Sicherheitsvorgaben oder weil ein bestimmter Bildungsstand vorausgesetzt wird? Und was wäre nur hilfreich? Alles, was nur hilfreich ist, gehört auch so formuliert.
Sprache und Ansprache
Verständliche Sätze schlagen Fachjargon. Abkürzungen, interne Bereichsnamen und englische Jobtitel sind für Außenstehende oft nicht einzuordnen. Wenn eine Bezeichnung nötig ist, hilft eine kurze Erklärung in Klammern.
Ob geduzt oder gesiezt wird, ist eine Entscheidung des Betriebs - wichtig ist, dass sie in der ganzen Anzeige gleich bleibt. Achte außerdem auf eine geschlechtergerechte und diskriminierungsfreie Formulierung der Stellenbezeichnung; die rechtlichen Anforderungen dazu prüfst du im Zweifel gesondert.
Den Bewerbungsweg einfach halten
Bei einem Praktikum ist ein aufwendiges Bewerbungsportal selten angemessen. Eine klare Angabe, welche Unterlagen gewünscht sind und an welche Adresse sie gehen, reicht meistens - ebenso ein Hinweis, bis wann eine Rückmeldung zu erwarten ist.
Frage nur ab, was du wirklich brauchst. Personenbezogene Daten, die für die Auswahl nicht erforderlich sind, gehören nicht in das Bewerbungsformular.
Was Bewerberinnen und Bewerber dazu lesen, steht in Bewerbung fürs Schülerpraktikum und Bewerbung fürs Pflichtpraktikum.
Angaben zur Vergütung
Wenn eine Vergütung vorgesehen ist, ist es für beide Seiten einfacher, das in der Anzeige zu benennen. Ob im konkreten Fall ein gesetzlicher Anspruch besteht, hängt von mehreren Voraussetzungen ab und ist keine Frage der Anzeige - die Einordnung steht unter Mindestlohn im Praktikum. Diese Seite trifft dazu keine Aussage für deinen Einzelfall.
Wo eine Praktikumsstelle sichtbar wird
Viele Praktika werden nicht über große Portale besetzt. Sichtbarkeit entsteht häufig näher am Ort: über die eigene Website mit einer festen Seite zu Praktika, über Schulen und deren Praktikumsbeauftragte, über Hochschulen und Fachbereiche, über Kammern und Verbände sowie über die Berufsberatung.
Rechne außerdem mit direkten Anfragen. Eine kurze, freundliche Antwort auf eine Initiativbewerbung ist oft der einfachste Weg zu einer gut passenden Besetzung.
Hinweis: Auf praktikum.org können derzeit keine Praktikumsstellen veröffentlicht werden. Dieser Bereich ist ein Ratgeber, keine Stellenbörse.
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