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Ratgeber - Bewerbung

Bewerbung für ein Pflichtpraktikum

Was bei der Bewerbung um ein Pflichtpraktikum im Studium anders ist: formale Vorgaben prüfen, Pflichtcharakter benennen und fachliche Erfahrung darstellen.

Stand

Kurzantwort

Bei einer Bewerbung um ein Pflichtpraktikum müssen nicht nur du und das Unternehmen zusammenpassen, sondern auch die Tätigkeit und die Vorgaben deines Studiengangs. Kläre Dauer, Zeitraum und Anerkennung, bevor du zusagst.

Bitte beachten

Vorgaben zu Dauer, Tätigkeiten und Anerkennung regelt jede Hochschule selbst. Verbindlich sind immer deine Prüfungs- beziehungsweise Praktikumsordnung und die Auskunft der zuständigen Stelle.

Vor der Bewerbung klären

Bei einem Pflichtpraktikum müssen nicht nur du und das Unternehmen zusammenpassen. Häufig muss auch die Stelle zu den Anforderungen deines Studiengangs passen. Diese Punkte klärst du deshalb zuerst - die Vorgaben unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule und von Studiengang zu Studiengang.

  • Welche Dauer ist vorgeschrieben?
  • In welchem Zeitraum darf oder muss das Praktikum liegen?
  • Welche fachlichen Anforderungen bestehen an die Tätigkeit?
  • Welche Kriterien gelten für die Anerkennung?
  • Was steht dazu in Prüfungsordnung und Modulhandbuch?
  • Welche Stelle ist zuständig, zum Beispiel Praktikumsamt oder Praxisreferat?
  • Wird ein Praktikumsvertrag oder ein Formular der Hochschule benötigt?

Was in der Bewerbung anders ist

Gegenüber einer freiwilligen Praktikumsbewerbung kommen vor allem formale Angaben hinzu. Unternehmen planen damit Zeitraum, Dauer und Betreuung.

  • Studiengang und Hochschule
  • Fachsemester, wenn es für die Einordnung hilft
  • gewünschter Zeitraum und erforderliche Mindestdauer
  • Hinweis, dass es sich um ein Pflichtpraktikum handelt
  • relevante Module, Methoden und Kenntnisse
  • Studienprojekte, die zum Tätigkeitsbereich passen
  • dein fachlicher Schwerpunkt

Was ein Pflichtpraktikum rechtlich und organisatorisch ausmacht, steht unter Pflichtpraktikum.

Den Pflichtcharakter formulieren

Beispiel

Ein Satz reicht dafür meistens. Diese Beispiele passt du an deine tatsächliche Studienordnung an:

  • „Im Rahmen meines Studiums … ist ein Pflichtpraktikum von … Wochen vorgesehen.“
  • „Für mein Studium benötige ich im Zeitraum … ein Praktikum mit einer Dauer von mindestens …“
  • „Das Praktikum ist Teil des Moduls …; gefordert sind Tätigkeiten im Bereich …“

Schreibe nur, was für deinen Studiengang tatsächlich gilt. Unternehmen, die regelmäßig Pflichtpraktika betreuen, kennen die Unterschiede und fragen im Zweifel nach.

Fachliche Erfahrung darstellen

Ein Pflichtpraktikum liegt oft vor der ersten größeren Berufspraxis. Fachlich anschlussfähig bist du trotzdem, zum Beispiel über:

  • Hochschulprojekte und Praktika im Studium
  • Laborveranstaltungen und Methodenkurse
  • Programmier-, Konstruktions- oder Analyseprojekte
  • Seminar- oder Projektarbeiten mit passendem Thema
  • studentische Initiativen und Fachschaftsarbeit
  • Werkstudententätigkeit, frühere Praktika, fachnahe Nebenjobs
  • eigene Fachprojekte, wenn sie wirklich existieren

Nenne dabei nicht nur den Titel, sondern kurz, was du konkret gemacht hast und womit du gearbeitet hast.

Unternehmen und Tätigkeit auswählen

Für die Anerkennung zählt in der Regel nicht der Name des Unternehmens, sondern die Tätigkeit. Prüfe deshalb früh, ob die geplanten Aufgaben zu den Anforderungen deines Studiengangs passen.

Wann bewerben?

Eine allgemeingültige Vorlaufzeit gibt es nicht. Was den Zeitpunkt beeinflusst:

  • Größere Unternehmen haben teilweise mehrstufige Auswahlverfahren mit langem Vorlauf.
  • Beliebte Zeiträume, etwa die vorlesungsfreie Zeit, sind früh vergeben.
  • Kleinere Unternehmen entscheiden teils kurzfristig.
  • Vor Beginn ist häufig noch eine Anerkennung oder Vereinbarung mit der Hochschule zu klären.

Sinnvolle Reihenfolge: erst Anforderungen und Wunschzeitraum klären, dann suchen und bewerben.

Anschreiben und Lebenslauf

Aufbau und Formales stehen im Anschreiben-Ratgeber und im Lebenslauf-Ratgeber. Für ein Pflichtpraktikum sollte zusätzlich klar werden:

  • warum dieser Tätigkeitsbereich zu deinem Studium passt
  • warum dieses Unternehmen
  • welche Kenntnisse du mitbringst und womit du bereits gearbeitet hast
  • was du im Praktikum lernen möchtest
  • welche formalen Anforderungen bestehen, also Dauer und Zeitraum

Im Lebenslauf gehören Studium, relevante Module, Projekte, Methoden- und Softwarekenntnisse sowie studentische Tätigkeiten nach vorn.

Brauchst du einen Nachweis über die Pflicht?

Manche Unternehmen möchten belegt haben, dass das Praktikum im Studium vorgeschrieben ist. Je nach Hochschule kommen dafür eine Bescheinigung, ein Auszug aus der Studien- oder Prüfungsordnung oder ein Formular des Praktikumsamts infrage. Eine einheitliche Pflicht gibt es nicht. Frage im Zweifel bei der zuständigen Stelle deiner Hochschule nach, bevor du es zusagst.

Vergütung

Ob und in welcher Höhe ein Pflichtpraktikum vergütet wird, hängt von Art, Dauer und Rechtsgrundlage ab. Pauschale Aussagen sind hier fehl am Platz. Die Einordnung findest du unter Pflichtpraktikum und Mindestlohn im Praktikum.

Anerkennung vor der Zusage prüfen

Das ist der Punkt, an dem am häufigsten etwas schiefgeht. Wenn für die Anerkennung bestimmte Tätigkeiten, eine Mindestdauer oder eine fachliche Betreuung erforderlich sind, kläre vor der Unterschrift, ob die angebotene Stelle das erfüllt. Eine Zusage, die im Nachhinein nicht anerkannt wird, kostet dich ein ganzes Semester. Lass dir die geplanten Aufgaben deshalb schriftlich beschreiben und gleiche sie mit den Vorgaben deiner Hochschule ab.

Vor dem Absenden kontrollieren

Gerade wenn du dich parallel bei mehreren Betrieben bewirbst, hilft die Bewerbungs-Checkliste: Sie prüft unter anderem, ob Firmenname und Zeitraum überall stimmen.

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