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Ratgeber - Im Praktikum

Erster Tag im Praktikum: So bereitest du dich vor

Was du vor dem ersten Praktikumstag klärst, wie du dich kurz vorstellst, was typischerweise passiert und welche Fragen du ruhig stellen kannst.

Stand

Kurzantwort

Kläre vorab Startzeit, Treffpunkt, Ansprechperson und Kleidung, komm mit etwas Puffer an und stell dich kurz vor. Am ersten Tag geht es ums Ankommen und Zuhören, nicht ums Leisten.

Vor dem ersten Tag

Das meiste, was am ersten Morgen Stress macht, lässt sich am Abend vorher klären. Geh die Punkte einmal durch und frag im Zweifel kurz im Betrieb nach - das ist völlig üblich.

  • Startzeit bestätigen lassen, wenn sie nicht schriftlich feststeht
  • Treffpunkt klären: Eingang, Empfang, Abteilung oder Etage
  • Namen und Funktion deiner Ansprechperson notieren
  • Anfahrt planen und eine Alternative überlegen, falls Bus oder Bahn ausfallen
  • Kleidung im Betrieb erfragen, statt zu raten
  • Unterlagen bereitlegen, etwa Formulare der Schule oder Hochschule und geforderte Nachweise
  • Verpflegung und Pausenregelung erfragen, wenn nichts dazu gesagt wurde
  • Telefonnummer des Betriebs im Handy speichern

Was ziehe ich an?

Eine Regel, die überall gilt, gibt es nicht. In einer Werkstatt, in einer Kita, in einem Labor und in einem Büro sieht passende Kleidung jeweils anders aus, und manche Betriebe stellen Schutzkleidung.

Der sicherste Weg ist die kurze Nachfrage vorab: „Gibt es etwas, das ich bei der Kleidung beachten sollte?“ Wenn du niemanden mehr erreichst, wähle etwas Sauberes, Bequemes und eher Zurückhaltendes, das schmutzig werden darf.

Lieber etwas früher da sein

Plan so, dass du vor der vereinbarten Zeit ankommst. Wie viel Puffer sinnvoll ist, hängt vom Weg ab - wer mit dem Zug pendelt, braucht mehr Reserve als jemand, der zehn Minuten zu Fuß geht.

Falls doch etwas dazwischenkommt: kurz anrufen und Bescheid geben. Eine Verspätung ist unangenehm, eine unangekündigte Verspätung deutlich unangenehmer.

So stellst du dich vor

Beispiel

Zwei Sätze reichen. Name, warum du da bist, und zu wem du sollst:

„Guten Morgen, ich bin Lena Berger. Ich fange heute mein zweiwöchiges Praktikum an und bin mit Frau Hoffmann verabredet.“

Im Team später genauso schlicht: „Hallo, ich bin Lena, ich mache die nächsten zwei Wochen ein Praktikum hier in der Abteilung.“ Bewerbungssätze über Motivation und Stärken braucht es hier nicht.

Was passiert typischerweise am ersten Tag?

Der Ablauf unterscheidet sich je nach Betrieb stark. Häufig kommen aber diese Punkte vor:

  • Begrüßung durch die Ansprechperson
  • Rundgang durch das Haus oder die Abteilung
  • Vorstellung im Team
  • Zuweisung eines Arbeitsplatzes oder eines Bereichs
  • Sicherheits-, Hygiene- oder Datenschutzunterweisung
  • Organisatorisches: Arbeitszeiten, Pausen, Schlüssel, Zugänge, Ausweis
  • erste einfache Aufgaben oder Mitlaufen bei jemandem

In kleinen Betrieben läuft das oft in einer halben Stunde nebenbei, in größeren Einrichtungen kann der ganze Vormittag dafür draufgehen. Beides ist normal. Eine Unterweisung zu Sicherheit und Gesundheitsschutz vor Aufnahme der Tätigkeit gehört dabei zu den Pflichten des Betriebs.

Welche Fragen darf ich stellen?

Fragen sind am ersten Tag ausdrücklich erwünscht - niemand erwartet, dass du dir alles selbst erschließt. Diese sind fast immer sinnvoll:

  • Wer ist meine feste Ansprechperson, und wen frage ich, wenn sie nicht da ist?
  • Wann und wo mache ich Pause?
  • Welche Aufgaben kann ich übernehmen?
  • Wo finde ich Arbeitsmittel, Material und Schutzausrüstung?
  • Gibt es Bereiche, die ich nicht betreten darf?
  • Darf ich mir Notizen für meinen Praktikumsbericht machen, und worüber nicht?

Die letzte Frage ist wichtiger, als sie klingt: In vielen Betrieben gibt es vertrauliche Daten, über die du nichts notieren darfst.

Was du besser vermeidest

Ein paar Dinge fallen am ersten Tag besonders auf:

  • zu spät kommen, ohne vorher anzurufen
  • dauerhaft aufs Handy schauen, während jemand etwas erklärt
  • eine Aufgabe nur halb verstehen und trotzdem anfangen
  • vertrauliche Informationen, Bildschirme oder Personen fotografieren
  • bei Unsicherheit lieber nichts sagen

Der letzte Punkt ist der wichtigste: Nachfragen kostet zehn Sekunden, ein falsch erledigter Auftrag kostet oft deutlich mehr.

Wenn du nervös bist

Nervosität vor dem ersten Tag ist normal, auch bei Leuten, die sich im Betrieb später sehr wohl fühlen. Du kommst als Praktikantin oder Praktikant, nicht als eingearbeitete Fachkraft - niemand erwartet, dass du bereits etwas kannst.

Was hilft: die organisatorischen Dinge vorher klären, den ersten Satz einmal im Kopf durchgehen und akzeptieren, dass der erste Tag vor allem aus Zuhören besteht.

Am Ende des ersten Tages

Drei Minuten am Ende des Tages sparen dir später viel Arbeit:

  • kurz notieren, was du gesehen und gemacht hast
  • offene Fragen sammeln und am nächsten Morgen stellen
  • nachfragen, wie der nächste Tag abläuft und wann du wo sein sollst

Genau diese Notizen sind später die Grundlage für den Tages- und Wochenbericht und für den Praktikumsbericht. Wie Arbeitszeit und Pausen geregelt sind, steht unter Arbeitszeit und Pausen im Praktikum. Und falls sich schon am Anfang abzeichnet, dass etwas grundlegend nicht passt, hilft der Ratgeber Probleme im Praktikum.

Vorlage: Checkliste für den Start

Damit vor dem ersten Tag nichts untergeht, gibt es die Praktikums-Checkliste. Sie führt durch Startzeit, Treffpunkt, Anfahrt, Ansprechperson und Unterlagen - und begleitet dich anschließend bis zum letzten Praktikumstag.

Grenzen dieser Information

Ablauf, Kleidung und Einweisung unterscheiden sich je nach Betrieb, Branche und Praktikumsform. Diese Seite beschreibt typische Muster - verbindlich sind die Angaben deines Betriebs sowie die Vorgaben deiner Schule oder Hochschule.

Weiterlesen auf praktikum.org

Quellen und Geltungsbereich

  1. [1]Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) - Bundesamt für JustizAbgerufen am 2026-07-23