Zum Hauptinhalt springen

Praktikumsprofil

Praktikum bei der Polizei

Ein Praktikum bei der Polizei zeigt den Dienstalltag zwischen Wache, Streife, Ermittlungen und Verwaltung - abhängig von Bundesland, Behörde und Dienststelle sehr unterschiedlich ausgestaltet.

Kurze Orientierung

Ein Praktikum bei der Polizei zeigt dir, wie ein streng geregelter Dienst wirklich funktioniert - von der Wache über Streife bis zur Ermittlungsarbeit. Welche Bereiche zugänglich sind, hängt stark von der Behörde, dem Bundesland und der Dienststelle ab.

Kerndaten auf einen Blick

Bewerbungsvorlauf

Oft ein halbes bis ein ganzes Jahr im Voraus

Praktikumsplätze bei der Polizei sind stark nachgefragt. Frühe Bewerbung an der Wunschdienststelle erhöht die Chancen.

Typisch

Führungszeugnis

Für den Polizeidienst insgesamt erwartet

Für Auswahlverfahren im Polizeidienst spielt Zuverlässigkeit eine zentrale Rolle. Ob und in welcher Form für ein kurzes Schülerpraktikum ein Führungszeugnis verlangt wird, entscheidet die Behörde.

Arbeitgeberabhängig

Besondere Nachweise

Sicherheits- und Datenschutzbelehrungen

Vor Aufnahme des Praktikums werden üblicherweise Belehrungen zu Verschwiegenheit, Datenschutz und Sicherheit durchgeführt. Weitere Nachweise können behördenabhängig hinzukommen.

Arbeitgeberabhängig

Pflichtpraktikums-Einordnung

In der Regel Schüler- oder Orientierungspraktikum

Ein Praktikum bei der Polizei ersetzt kein Auswahlverfahren und ist nicht Teil der Polizeiausbildung. Praxisphasen im Rahmen des Polizeivollzugsdienstes folgen eigenen, gesetzlich geregelten Abläufen.

Allgemein

Typische Tätigkeiten

  1. 01

    Den Dienstalltag auf einer Wache oder Dienststelle begleiten

  2. 02

    Bei ausgewählten Einsatzbegleitungen mitfahren, sofern erlaubt und abgesichert

  3. 03

    Abläufe in Ermittlungsvorgängen, Verkehrsüberwachung oder Prävention kennenlernen

  4. 04

    Verwaltungs- und Dokumentationsarbeit im Polizeidienst beobachten

Bereiche im Überblick

Nicht jedes Praktikum umfasst alle Bereiche. Die Aufteilung zeigt, was in typischen Umfeldern anfällt und wo Praktikanten eher hospitieren als selbst handeln.

Schutzpolizei und Streifendienst

Der klassische Dienst auf der Wache und im Streifenwagen.

Praktikanten können

  • Auf der Wache Abläufe von Anzeigenaufnahme und Übergabe kennenlernen
  • An geplanten Einsatzbegleitungen mitfahren, sofern zugelassen
  • Präventionsangebote und Bürgerkontakte begleiten

Meist nur begleiten

  • Einsätze mit hoher Gefährdungslage
  • Eigenständige Maßnahmen gegenüber Personen
  • Zugriff auf polizeiliche Datensysteme

Kriminalpolizei

Ermittlungsarbeit, Spurenauswertung, Zeugenbefragung.

Praktikanten können

  • Aufbau von Ermittlungsvorgängen theoretisch kennenlernen
  • An geeigneten Terminen beobachtend teilnehmen
  • Berufsbilder der Kriminalpolizei mit Ansprechpersonen besprechen

Meist nur begleiten

  • Vernehmungen von Verdächtigen oder Opfern
  • Zugriff auf Ermittlungsakten
  • Maßnahmen mit Bezug zu laufenden Verfahren

Verkehrspolizei

Verkehrsüberwachung, Unfallaufnahme, Prävention.

Praktikanten können

  • Kontrollen aus sicherer Entfernung beobachten
  • Ablauf einer Unfallaufnahme kennenlernen, sofern angemessen
  • Präventionsarbeit zu Verkehrssicherheit begleiten

Meist nur begleiten

  • Aktive Anhalte- und Kontrollmaßnahmen
  • Umgang mit Verletzten an Unfallstellen
  • Maßnahmen mit hoheitlichem Charakter

Bundespolizei

Bahnanlagen, Flughäfen, Grenzen und überregionale Aufgaben.

Praktikanten können

  • Präsenzstreifen in Bahnhöfen oder an Flughäfen beobachtend begleiten
  • Struktur der Bundespolizei und Unterschied zur Landespolizei verstehen
  • Angebote zur Berufsorientierung an Dienststellen nutzen

Meist nur begleiten

  • Sicherheitsmaßnahmen in sensiblen Bereichen
  • Kontrollen mit Datenzugriff
  • Einsätze im Rahmen besonderer Lagen

Verwaltung und Innendienst

Organisation, Aus- und Fortbildung, Personal.

Praktikanten können

  • Verwaltungsabläufe einer Polizeibehörde kennenlernen
  • Struktur von Aus- und Fortbildungsstellen verstehen
  • Bei einfachen organisatorischen Aufgaben unterstützen

Meist nur begleiten

  • Personalentscheidungen
  • Zugang zu vertraulichen Verwaltungsvorgängen
  • Auswahlverfahren für den Polizeidienst

Passt dieses Praktikum zu mir?

Passt gut, wenn du

  • Interesse an Recht, Ordnung und dem Zusammenleben in der Gesellschaft
  • Ruhe und Respekt im Umgang mit sehr unterschiedlichen Menschen
  • Bereitschaft, klare Regeln, Hierarchien und Schweigepflicht zu akzeptieren
  • Belastbarkeit auch in unangenehmen oder belastenden Situationen

Weniger passend, wenn

  • du dich schwer an strenge Regeln und Hierarchien hältst
  • du erwartest, im Praktikum aktiv an Einsätzen mitzuwirken
  • du Konflikte und angespannte Situationen sehr belastend findest

Zielgruppe

Für Schüler

Schulpraktikum

Typische Dauer
In der Regel ein bis zwei Wochen
Voraussetzungen
  • - Ehrliches Interesse am Polizeiberuf und seinen Aufgaben
  • - Bereitschaft zu Schweigepflicht und angemessenem Auftreten
  • - Akzeptanz, dass sensible Bereiche nicht zugänglich sind

Typische Aufgaben

  • - Wach- und Dienststellenalltag beobachtend begleiten
  • - An geeigneten, im Vorfeld geplanten Einsatzbegleitungen teilnehmen
  • - Rückfragen an die Anleitung stellen und Beobachtungen strukturieren

Mindestalter

Wird von der jeweiligen Polizeibehörde festgelegt

Landespolizeien und Bundespolizei regeln Mindestalter und Zugang zu Schülerpraktika eigenständig. Ein bundeseinheitliches Mindestalter für Polizeipraktika gibt es nicht.

Bundeslandabhängig

Vergütungshinweis

In der Regel keine Vergütung

Schülerpraktika bei Polizeibehörden sind üblicherweise unvergütet.

Typisch

Bewerbung und Arbeitgeber

Typische Arbeitgeber

  • Landespolizeien der Bundesländer
  • Bundespolizei
  • Bundeskriminalamt und Landeskriminalämter (in besonderen Fällen)
  • Wasserschutz-, Verkehrs- und Bereitschaftspolizei
Polizeipraktika sind nicht bundeseinheitlich geregelt. Landespolizeien und Bundespolizei haben eigene Zugänge, Voraussetzungen und Zeiträume. Ein Praktikum ist keine Vorentscheidung im Auswahlverfahren und ersetzt keine Bewerbung für den Polizeidienst.

So wirkt eine Bewerbung solide

  • Früh und direkt an die Wunschdienststelle wenden - Kontingente sind oft klein
  • Klar sagen, ob Landespolizei oder Bundespolizei gewünscht ist
  • Zeitraum, Praktikumsart und Bezug zur Berufsorientierung transparent nennen
  • Auf Nachweise, Belehrungen und Datenschutzregeln vorbereitet sein

Fragen im Vorstellungsgespräch

  1. Q1

    „Warum interessierst du dich für die Polizei?“

  2. Q2

    „Wie würdest du dich verhalten, wenn du bei einem schwierigen Einsatz mitfährst?“

  3. Q3

    „Was verstehst du unter Verschwiegenheit im öffentlichen Dienst?“

  4. Q4

    „Kennst du den Unterschied zwischen Bundespolizei und Landespolizei?“

Weiterlesen

Quellen und Geltungsbereich

  1. [1]Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) - Bundesamt für JustizAbgerufen am 2026-07-23
  2. [2]Innenministerkonferenz - Übersicht Länderpolizeien - Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der LänderAbgerufen am 2026-07-23
  3. [3]Bundespolizei - Startseite - BundespolizeiAbgerufen am 2026-07-23
  4. [4]Mindestlohn - Informationsangebot - Bundesministerium für Arbeit und SozialesAbgerufen am 2026-07-23
  5. [5]Bundeszentralregistergesetz - Paragraph 30a (Erweitertes Führungszeugnis) - Bundesamt für JustizAbgerufen am 2026-07-23

Redaktioneller Hinweis

Angaben zu Mindestalter, Vergütung, Nachweisen und Abläufen sind bundesland-, träger- und arbeitgeberabhängig. Der jeweils angegebene Geltungsbereich zeigt, wie belastbar die Angabe ist. Verbindlich sind ausschließlich die verlinkten Primärquellen.