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Ratgeber - Für Lehrkräfte

Praktikumspräsentation bewerten: Kriterien für Schule und Unterricht

Kriterienbereiche für Praktikumspräsentationen: Inhalt, Reflexion, Aufbau, Vortrag, Visualisierung und Rückfragen - mit fairem Umgang mit Nervosität und Vertraulichem.

Stand

Kurzantwort

Vor der Präsentation bekannte Kriterien, ein beschreibendes Raster statt einer Notentabelle und Rückfragen zur eigenen Erfahrung machen die Bewertung nachvollziehbar - ohne ruhige Jugendliche zu benachteiligen.

Bitte beachten

Dauer, Form und Gewichtung der Präsentation legt Ihre Schule fest. Diese Seite bietet Kriterien zum Anpassen, keine verbindliche Bewertungsvorlage und keine automatische Punktvergabe.

Kriterien vorher bekannt machen

Der wirksamste Schritt liegt vor der Präsentation: Wenn die Jugendlichen wissen, worauf geachtet wird, können sie sich gezielt vorbereiten - und die Rückmeldung danach ist nachvollziehbar.

Wie die Präsentation aufgebaut wird, erklärt bereits die Schülerseite Praktikumspräsentation; zur Vorbereitung gibt es den Präsentationsplaner. Diese Seite betrachtet nur die Bewertungsperspektive.

Mögliche Kriterienbereiche

Inhalt

  • Betrieb kurz und relevant vorgestellt
  • Tätigkeiten verständlich erklärt
  • eigene Rolle erkennbar
  • wichtige Erfahrungen ausgewählt statt alles erzählt

Reflexion

  • Erfahrungen werden nicht nur aufgezählt
  • Erwartungen und Realität werden verglichen
  • Lerngewinn ist erkennbar
  • Berufsvorstellung wird reflektiert

Aufbau

  • nachvollziehbarer roter Faden
  • sinnvolle Gewichtung der Inhalte
  • klarer Einstieg und Abschluss

Vortrag

  • verständlich gesprochen
  • angemessen frei präsentiert
  • Blickkontakt, soweit möglich
  • Folien werden nicht ausschließlich abgelesen

Bewertet wird die Verständlichkeit der Kommunikation, nicht die Persönlichkeit. Zurückhaltende Jugendliche dürfen dadurch nicht pauschal schlechter abschneiden.

Visualisierung

  • Folien oder Plakat unterstützen den Inhalt
  • lesbar aus der letzten Reihe
  • nicht überladen
  • Bilder gezielt eingesetzt
  • Datenschutz beachtet

Eine bestimmte Präsentationssoftware sollte nicht vorausgesetzt werden; ein Plakat kann genügen.

Umgang mit Fragen

  • kann eigene Erfahrungen erklären
  • kann Rückfragen zum Praktikum beantworten
  • sagt offen, wenn etwas nicht bekannt ist

Keine Fachprüfung über einen ganzen Ausbildungsberuf daraus machen.

Beispielhaftes Beobachtungsraster

Kriteriumnoch nicht sichtbarnachvollziehbardifferenziert
Inhaltnoch nicht ausreichend sichtbarnachvollziehbar dargestelltgezielt ausgewählt und eingeordnet
Reflexionüberwiegend AufzählungErwartungen und Erfahrung werden verglichendifferenziert, auch Zwiespältiges wird benannt
AufbauReihenfolge wirkt zufälligroter Faden erkennbarbewusste Gewichtung, klarer Rahmen
Vortragüberwiegend abgelesenverständlich und weitgehend freisicher gesprochen, auf das Publikum bezogen

Die Stufen sind bewusst beschreibend formuliert und ergeben keine Punktzahl. Wie daraus gegebenenfalls eine Note entsteht, richtet sich nach den Vorgaben Ihrer Schule.

Präsentationsdauer

Eine allgemeine Vorgabe zur Dauer gibt es nicht. Sinnvoll ist, die Kriterien an die von der Schule festgelegte Zeit anzupassen: Bei fünf Minuten zählt die Auswahl, bei fünfzehn Minuten die Gliederung.

Umgang mit Nervosität

Nervosität ist kein Anzeichen für mangelnde Vorbereitung. Zittern in der Stimme, ein kurzer Fadenriss oder wenig Blickkontakt sagen nichts über die inhaltliche Qualität aus.

Eine Bewertung sollte extrovertiertes Auftreten nicht unbewusst mit fachlicher Qualität gleichsetzen. Hilfreich sind kleine Entlastungen: die Reihenfolge vorher bekannt geben, Karteikarten erlauben, eine kurze Sammelpause vor dem Start, Rückfragen freundlich einleiten.

Mögliche Rückfragen der Lehrkraft

Fragen, die eigene Erfahrung sichtbar machen, ohne wie eine Prüfung zu wirken:

  • Was hat dich am meisten überrascht?
  • Welche Tätigkeit würdest du gerne noch genauer kennenlernen?
  • Was war anders als vorher gedacht?
  • Welche Fähigkeit war in diesem Betrieb besonders wichtig?
  • Würdest du ein weiteres Praktikum in diesem Feld wählen?

Vertrauliche Informationen

Jugendliche sollten nicht dazu gedrängt werden, Kundendaten, Patientendaten, interne Unternehmensdaten oder vertrauliche Bilder zu zeigen, um eine Präsentation anschaulicher zu machen. Wer solche Inhalte bewusst weglässt oder anonymisiert, handelt richtig - das darf sich nicht negativ auswirken. Zur Nachbereitung im Unterricht eignet sich anschließend der Reflexionsbogen.

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