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Ratgeber - Für Lehrkräfte

Schülerpraktikum im Unterricht vorbereiten

Modular einsetzbare Ideen, um ein Schülerpraktikum vorzubereiten: Ziele klären, Interessen sortieren, gute Fragen entwickeln, Betriebe einschätzen und Erwartungen festhalten.

Stand

Kurzantwort

Eine gute Vorbereitung klärt Ziele, sortiert Interessen und formuliert Beobachtungsfragen - statt einen Berufswunsch vorauszusetzen. Die Bausteine hier sind einzeln einsetzbar, nicht als feste Unterrichtsreihe gedacht.

Bitte beachten

Diese Seite ist eine redaktionelle Orientierung, keine pädagogische Vorgabe. Ob und wie ein Praktikum stattfindet, richtet sich nach Bundesland, Schulart, Jahrgangsstufe und schulinternem Konzept.

Ziele klären

Bevor Jugendliche einen Platz suchen, hilft eine kurze Verständigung darüber, wozu das Praktikum eigentlich dient. Mögliche Ziele:

  • Berufsfelder kennenlernen
  • Erwartungen mit der Realität vergleichen
  • eigene Interessen überprüfen
  • betriebliche Abläufe verstehen
  • unterschiedliche Arbeitsweisen kennenlernen
  • eigene Stärken und Grenzen reflektieren

Nicht jedes Ziel passt zu jeder Schule, Jahrgangsstufe oder Klasse. Welche Ziele gelten, ergibt sich aus dem schulinternen Konzept - und daraus, was die Jugendlichen gerade tragen können.

Interessen statt Traumberuf

Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler müssen vor dem Praktikum noch keinen endgültigen Berufswunsch haben. Sinnvoller sind oft grobe Richtungsfragen:

Menschen oder Technik?

praktisch oder organisatorisch?

drinnen oder draußen?

viel Kommunikation oder konzentrierte Einzelarbeit?

Gesundheit, Wirtschaft, Handwerk, Medien oder Forschung?

lieber immer Ähnliches oder viel Abwechslung?

Für die Sortierung dieser Fragen gibt es auf praktikum.org bereits zwei Einstiege, die sich direkt im Unterricht einsetzen lassen: den Berufsfeld-Check - die Antworten bleiben dabei ausschließlich im Browser der Jugendlichen - und die Übersicht der Berufsfelder.

Gute Praktikumsfragen entwickeln

Statt der großen Frage „Welchen Beruf möchte ich später machen?“ tragen kleinere Beobachtungsfragen durch die Praktikumswochen. Die Jugendlichen können sich vorab zwei bis drei davon auswählen:

  • Welche Tätigkeiten machen mir Spaß?
  • Welche Arbeitsumgebung gefällt mir?
  • Wie viel Menschenkontakt möchte ich?
  • Welche Tätigkeiten fand ich schwieriger als erwartet?
  • Wie arbeiten die verschiedenen Berufe im Betrieb zusammen?
  • Welche Ausbildung oder welches Studium führt typischerweise in diesen Bereich?

Praktikumsplatz auswählen

Viele Jugendliche suchen zuerst nach bekannten Firmennamen. Hilfreich ist die Erweiterung des Blicks auf Betriebe, die sie im Alltag kaum wahrnehmen. Das strukturierte Vorgehen von der Suche bis zur Anfrage steht auf der Schülerseite Praktikumsplatz finden.

Mögliche Unterrichtsidee: Jede Schülerin und jeder Schüler notiert drei Optionen - einen Wunschberuf, einen verwandten Beruf und ein ganz anderes Berufsfeld. Das ist ein Vorschlag, keine verpflichtende Methode.

Betriebe realistisch einschätzen

Vor der Bewerbung lohnt sich eine nüchterne Prüfung. Es geht nicht darum, Arbeitgeber zu bewerten, sondern darum, ob ein Platz für diese Schülerin oder diesen Schüler praktikabel ist:

  • Ist die Tätigkeit für Minderjährige grundsätzlich realistisch?
  • Gibt es Einblicke, die man als Praktikantin oder Praktikant überhaupt begleiten darf?
  • Gibt es klare Ansprechpersonen?
  • Ist der Weg zum Betrieb machbar?
  • Passt der Platz zu den Vorgaben der Schule?

Wenn ein Betrieb zum ersten Mal einen Platz bereitstellt, ist der Leitfaden Praktikum anbieten ein guter Einstieg für das Gespräch.

Bewerbung vorbereiten

Die Bewerbungsinhalte müssen Sie nicht neu aufbereiten. Diese Seiten und Arbeitsblätter sind für Jugendliche geschrieben und lassen sich unverändert im Unterricht verwenden:

Erwartungen vor dem Praktikum festhalten

Beispiel

Drei Fragen, vor dem Praktikum schriftlich beantwortet, wenige Sätze genügen:

  1. Was erwarte ich?
  2. Was möchte ich ausprobieren?
  3. Was möchte ich über den Beruf herausfinden?

Nach dem Praktikum werden dieselben Antworten noch einmal gelesen. Der Vergleich ist oft der ehrlichste Teil der Nachbereitung und ein guter Einstieg in den Reflexionsbogen.

Praktische Vorbereitung

Anfahrt, Arbeitszeiten, Kleidung, Verpflegung, Ansprechperson, Krankmeldung: Vieles davon lässt sich in einer Schulstunde klären. Dafür gibt es bereits die Praktikums-Checkliste, und für den Einstieg in die erste Woche die Schülerseite Erster Tag im Praktikum.

Sensible Themen vorher ansprechen

Hilfreich ist ein kurzes Gespräch über Situationen, die unangenehm werden können:

  • Verhalten bei Unsicherheit: nachfragen statt raten
  • wer im Betrieb und in der Schule Ansprechperson ist
  • Datenschutz: keine Kunden-, Patienten- oder internen Daten weitergeben
  • keine Fotos ohne ausdrückliche Erlaubnis
  • Fragen stellen ist erwünscht, auch mehrfach
  • Probleme früh ansprechen statt aushalten

Für den Fall, dass etwas nicht gut läuft, führt die Schülerseite Probleme im Praktikum durch mögliche Schritte. Welche Meldewege innerhalb der Schule gelten, legt Ihre Schule fest - eine allgemeingültige Meldekette gibt es nicht.

Weiterlesen auf praktikum.org